Kryptorecht/Niveau VIII · Rund um die Welt/8.3 Asien und die Golfstaaten/Lektion 1
China: Das Verbot und die Tür von Hongkong
Wie das chinesische Festland von der Warnung an Banken vor Bitcoin dazu überging, fast jedes Krypto-Geschäft als illegale Finanzdienstleistung zu behandeln, und warum Hongkong, unter einem eigenen Rechtssystem, Kryptowerte sehr anders besteuert und beaufsichtigt.
Bildung statt Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Das Kryptorecht unterscheidet sich von Land zu Land und von Bundesstaat zu Bundesstaat und ändert sich häufig. Prüfen Sie die an Ihrem Wohnort geltenden Regeln mit einem qualifizierten Anwalt oder Steuerberater, bevor Sie handeln.
Der schlanke Weg
Der günstigste, steuerärmste, einfachste und diskreteste Weg, den das Recht erlaubt – das Beste zuerst. Jeder Schritt nennt die Regel, auf der er beruht, und die Bedingung, unter der er rechtmäßig bleibt.
- Hongkong: Gewinne aus Kryptowerten, die als langfristige Investition gekauft und gehalten werden, sind Kapitalgewinne und nicht steuerpflichtig, da es keine Veräußerungsgewinnsteuer gibt (IRD DIPN 39). Einschränkung: Die Absicht bei der Anschaffung entscheidet, und ein Geschäft des Handels oder Minings mit in Hongkong erzielten Gewinnen ist steuerpflichtig.
- Hongkong: Nutzen Sie eine Plattform auf der öffentlichen Liste lizenzierter virtueller-Asset-Handelsplattformen der SFC, nicht deren Liste verdächtiger Plattformen. Einschränkung: Der JPEX-Fall mit über 1,6 Milliarden HK$ an gemeldeten Verlusten zeigt die Kosten für die Nutzung einer nicht lizenzierten Plattform.
- Chinesisches Festland: Es gibt keinen rechtmäßigen Handels- oder Plattformweg. Gemäß Yinfa [2026] Nr. 42 kann die Durchführung oder Förderung von Geschäften mit virtuellen Währungen zu strafrechtlicher Haftung führen. Einschränkung: Auch ausländische Plattformen, die Residents des Festlandes bedienen, sind verboten, daher schafft eine ausländliche App keinen rechtmäßigen Weg.
- Eine Lizenz aus Hongkong deckt nur die Tätigkeit in Hongkong ab und berechtigt nicht dazu, Residents des Festlandes zu bedienen. Einschränkung: Die Tokenisierung chinesischer Vermögenswerte über ein Hongkong-Fahrzeug benötigt eine Anmeldung und Genehmigung der CSRC.
MaterialienDie Abteilungsinterpretation und die Praxisnotiz Nr. 39 (revidiert März 2020) des Inland Revenue Department von Hongkong, Abschnitt zu digitalen VermögenswertenDie öffentlichen Listen der Securities and Futures Commission (SFC) über lizenzierte virtuelle-Asset-Handelsplattformen und über verdächtige PlattformenEine Zusammenfassung auf Englisch des am 6. Februar 2026 von der Volksbank China (PBOC) geführten Rundschreibens (Yinfa [2026] Nr. 42), mit dem Hinweis, dass keine offizielle englische Version existiertLektion 3.3.6, die die Lizenzierungsregeln von Hongkong für Handelsplattformen und Stablecoin-Emitenten erklärt
Neugier
- Wenn der Kryptohandel im chinesischen Festland illegal ist, ist es dort schlicht ein Verbrechen, Bitcoin zu besitzen?
- Darf ein Unternehmen aus Hongkong Kunden in Shenzhen bedienen, nur weil Hongkong Krypto-Plattformen lizenziert?
- Besteuert Hongkong den Gewinn eines Residents aus dem Verkauf von Bitcoin?
Erkunden
- Das chinesische Festland und Hongkong gehören zu einem Land, unterhalten aber getrennte Rechtssysteme, weshalb sich das Krypto-Recht über die Grenze hinweg stark unterscheidet. Auf dem Festland hat sich die Politik in Etappen verschärft. Im Dezember 2013 verbot die Volksbank China (PBOC), die Zentralbank, Finanzinstituten den Handel mit Bitcoin. Im September 2017 verbot ein Rundschreiben zu Fundraising-Risiken aus der Token-Ausgabe Initial Coin Offerings, also den Verkauf neuer Tokens an die Öffentlichkeit, und die Behörden gingen gegen inländische Handelsplattformen vor. Der Mining-Betrieb dauerte eine Zeit lang an und wurde dann ebenfalls zum Ziel. Das Lizenzierungssystem von Hongkong wird in Lektion 3.3.6 behandelt; diese Lektion ergänzt die Geschichte des Festlandes sowie Besteuerung und Durchsetzung.
- Das entscheidende Dokument der letzten Phase war ein Rundschreiben vom 15. September 2021, veröffentlicht am 24. September 2021 (Yinfa [2021] Nr. 237), herausgegeben von der PBOC zusammen mit neun anderen Behörden, einschließlich des Obersten Volksgerichts und der Obersten Volksanwaltschaft, dem nationalen Staatsanwalt. Es erklärte, dass der Tausch von Fiat-Geld gegen virtuelle Währungen, das Tauschen einer virtuellen Währung gegen eine andere, die Tätigkeit als zentrale Gegenpartei, die Bereitstellung von Informations- oder Preisservices für Handelsgeschäfte, Fundraising durch Token-Ausgabe und Derivate auf virtuelle Währungen allesamt illegale Finanzdienstleistung sind. Es wandte diese Analyse auch auf ausländische Börsen an, die im Internet Residents des chinesischen Festlandes bedienen. In derselben Zeit wurde der Mining-Betrieb eingestellt.
- Am 6. Februar 2026 gaben die PBOC, die China Securities Regulatory Commission (CSRC) und sechs weitere Behörden das Rundschreiben zur weiteren Verhütung und Behandlung von Risiken im Zusammenhang mit virtuellen Währungen und anderen Tätigkeiten heraus (Yinfa [2026] Nr. 42), welches das Rundschreiben von 2021 außer Kraft setzte. Es besagt, dass Bitcoin, Ether und Tether den rechtlichen Status einer Fiat-Währung nicht besitzen und nicht als Geld zirkulieren dürfen, und dass die Durchführung oder Förderung von Geschäften mit virtuellen Währungen in China zu strafrechtlicher Haftung führen kann. Es verbietet jedermannem, ohne Genehmigung Stablecoins, die an den Renminbi gekoppelt sind, im Ausland auszugeben. Es verbietet die Tokenisierung realer Vermögenswerte auf dem Festland, es sei denn, sie ist genehmigt, öffnet aber einen angemeldeten und genehmigten Weg für Emissionen im Ausland, die durch chinesische Vermögenswerte gedeckt sind.
- Hongkong hat sein eigenes Steuersystem und keine allgemeine Kapitalertragsteuer; seine Gewinnteuer erfasst nur in Hongkong erzielte Geschäftsgewinne. Die Praxisnotiz DIPN 39 des Inland Revenue Department, revidiert im März 2020, wendet dies auf digitale Vermögenswerte an: Gewinne aus dem Verkauf von als langfristige Investitionen erworbenen Vermögenswerten sind Kapitalgewinne und nicht steuerpflichtig, während Gewinne aus einem Geschäft des Handels, Tauschens oder Minings von Kryptowährungen besteuert werden können, wenn sie in Hongkong erzielt wurden. Die Behörde sagt, dass die Absicht zum Zeitpunkt der Anschaffung immer relevant ist für die Frage, ob ein Vermögenswert ein Kapitalvermögen oder Handelsware ist, und dass Krypto-Geschäfte angemessene Aufzeichnungen führen müssen. Ein häufiger Händler kann nicht einfach alles als Investition bezeichnen.
- Der größte Durchsetzungsfall von Hongkong zeigt, was sein Lizenzierungssystem verhindern sollte. Im Jahr 2023 markierte die Securities and Futures Commission (SFC) öffentlich JPEX, eine stark beworbene Plattform, als nicht reguliert, und die Polizei begann im September 2023 mit Verhaftungen. Am 5. November 2025 beschuldigte die Polizei 16 Personen, einschließlich des Influencers und ehemaligen Barristers Joseph Lam Chok, von Straftaten, darunter Verschwörung zum Betrug, Geldwäsche und das arglistige oder fahrlässige Anstiften anderer zur Investition in virtuelle Vermögenswerte gemäß dem Anti-Money Laundering and Counter-Terrorist Financing Ordinance. Mehr als 2.700 Personen meldeten Verluste von über 1,6 Milliarden HK$. Interpol-Rote Notifikationen wurden für drei Verdächtige herausgegeben, die sich vermutlich aus Hongkong abgesetzt hatten. Die Strafverfahren waren im Jahr 2026 noch anhängig.
- Die Grenze wirkt in beide Richtungen. Eine Lizenz aus Hongkong erlaubt die Tätigkeit in Hongkong; sie berechtigt nicht dazu, Residents des Festlandes zu bedienen, und das Rundschreiben von 2026 verbietet ausländischen Rechtsträgern, illegalen Personen im chinesischen Festland Dienste anzubieten. Kommentatoren lesen dies so, dass es Marketing an und die Gewinnung von Kunden aus dem Festland abdeckt. Ein Unternehmen des Festlandes, das chinesische Vermögenswerte über ein Hongkong-Fahrzeug tokenisiert, benötigt nun eine Anmeldung und Genehmigung der CSRC. Eine praktische Überprüfung: Für jede Plattform oder jedes Projekt notieren Sie, wo sich die Kunden befinden, auf welcher Seite der Grenze die Vermögenswerte liegen, welche Aufsichtsbehörde die Tätigkeit lizenziert und ob das Unternehmen auf der Lizenzliste der SFC erscheint, anstatt auf ihrer Liste verdächtiger Plattformen.
Kernfakten
- Das chinesische Rundschreiben zu virtuellen Währungen von 2021, Yinfa [2021] Nr. 237, wurde am 24. September 2021 von der Volksbank China und neun anderen Behörden veröffentlicht.
- Das Rundschreiben von 2021 klassifizierte den Tausch von Fiat in Krypto, den Tausch von Krypto in Krypto, Fundraising durch Token-Ausgabe und Derivate auf virtuelle Währungen als illegale Finanzdienstleistung im chinesischen Festland.
- Am 6. Februar 2026 gaben acht chinesische Behörden Yinfa [2026] Nr. 42 heraus, welches das Rundschreiben von 2021 außer Kraft setzte und die Ausgabe von an den Renminbi gekoppelten Stablecoins im Ausland ohne Genehmigung verbietet.
- DIPN 39 von Hongkong (revidiert März 2020) behandelt Gewinne aus digitalen Vermögenswerten, die als langfristige Investitionen gehalten werden, als Kapitalgewinne und außerhalb der Gewinnteuer.
- Die Polizei von Hongkong beschuldigte im JPEX-Fall am 5. November 2025 16 Personen.
- Mehr als 2.700 Personen meldeten im JPEX-Fall Verluste von über 1,6 Milliarden HK$.
Übung neun, sechs, drei, eins
Faktcheck
Datumsangaben, Zahlen und Behauptungen wurden mit den unten aufgeführten veröffentlichten Quellen abgeglichen.
- Charltons: China's Regulatory Position on Virtual Currencies and RWA (March 2026), on Yinfa [2026] No. 42
- Han Kun Law Offices: Key Takeaways from Notice No. 42
- CryptoSlate law library: PBOC multi-agency notice on virtual currency trading speculation (2021)
- Inland Revenue Department: DIPN No. 39 (Revised), Digital Economy, Electronic Commerce and Digital Assets
- Hong Kong Free Press: 16 charged in JPEX crypto fraud case (5 November 2025)
- Wikipedia: Legality of cryptocurrency by country or territory (leads for 2013-2021 history)